Der Kerzentrail: Ein Vollmondlauf zu Falkenburg und Geisterschlucht

Unsere Vollmondläufe sind legendär – weil sich meist der Mond nicht blicken lässt! Dennoch machen sich aber in der Regel etwa 30 Läufer/-innen mit uns auf den Weg. Unsere ersten Läufe haben wir bei den Externsteinen absolviert – dunkel, geheimnisvoll, mystisch. Wir sind an den großen Felsen gelaufen, haben Steinkreise gesucht und Wunderkerzen angezündet. Richtig spektakulär wurde es, als wir dann mit Fackeln liefen:

Lauf zum Supervollmond an der Falkenburg

Für diesen Abend war nun ein sogenannter Super-Vollmond angekündigt. Mond und Erde standen sich besonders nah und sollten uns einen besonders großen Mond zeigen. Es kam, wie es kommen musste: Etwa 30 Läufer/-innen aller Leistungsklassen von Wenig- bis hin zu Ultraläufern waren gekommen und der Vollmond versteckte sich wieder einmal! Das hinderte uns aber nicht am Start.

Das obligatorische Foto zum Start

Als Ziel hatten wir die Falkenburg auserkoren – eine Höhenburg, die in den letzten Jahren aufwändig wiederhergestellt wurde und von der aus man einen spektakulären Blick über das gesamte Lipperland hat. Wie es eine Höhenburg mit sich bringt, war zunächst ein langer Anstieg zu bewältigen. Oben angelangt waren die mächtigen Mauern in ein düsteres Licht getaucht und der Mond verbarg sich weiter hinter den Wolken. Die auf und ab wippenden Stirnlampen gaben zusammen mit der bunten Laufkleidung ein aufregendes Bild. Wir entzündeten die Wunderkerzen und genossen den Abend oben auf der Burg.

Gleich geht es hoch zur Falkenburg

Schließlich ging es weiter in Richtung Vogeltaufe, wo sich uns ein wunderbarer Ausblick auf das nächtliche Dörfchen Holzhausen bot. Die nächste Station war die sogenannten Sachsentaufe – ein eingefasstes Wasserbecken, an dem vor über 1000 Jahren Sachsen nach der Methode des Kaisers Karl des Großen getauft wurden: Taufe oder Kopf ab! Ein bisschen Grusel bleibt …

Der Kerzentrail

Für den Rückweg hatten wir eine Überraschung vorbereitet – den Kerzentrail. Abseits des üblichen Weges gibt es einen Abzweig in die “Geisterschlucht” (sie heißt tatsächlich so), ein ehemaliger Steinbruch in Form einer langen Schlucht. Als wir dort angelangten, hatte das Vorbereitungsteam den Weg in die Geisterschlucht hinein mit einer ganzen Reihe roter Kerzen markiert.

Der Kerzentrail in der Geisterschlucht

Wir schalteten die Stirnlampen aus und das Stimmengewirr machte einer andächtigen Stille Platz. Dies war einer der beeindruckendsten Erlebnisse meines Läuferlebens: Das Schweigen der Menschen, die tiefe Dunkelheit des Waldes und die empfindliche Schönheit der roten Kerzen, die uns den Weg durch die Finsternis wiesen. Langsam und vorsichtig liefen wir den Weg entlang, einige rote Stirnlampenlichter wippten auf und ab und erhellten die Szene behutsam. Die Gruppe versammelte sich am Ende der Geisterschlucht. Hier endete der Weg, wir blickten still zurück zu dem roten Kerzentrail und hatten das Gefühl eines ganz besonderen Moments.

Der Rest des Laufes war schnell erledigt. Es ging noch ein paar Kilometer bergab, am Parkplatz hatte eine Lauffreundin frisches Obst vorbereitet und wir blieben noch etwas zusammen.

Die Crew

Was bleibt?

Ein wunderbarer Abend mit Freunden und neuen Gästen. Die Erinnerung an den Kerzentrail und die Mystik all dieser Orte. Die Erkenntnis, dass ein nicht anspruchsloser Nachtlauf mit reichlich Höhenmetern und schlechten Wegen von einer sehr gemischten Gruppe problemlos bewältigt werden kann. Laufen macht glücklich!

PS: Pünktlich bei unserer Abfahrt ließ sich dann auch der Vollmond blicken …

Der Track

volle Distanz: 8973 m
Gesamtanstieg: 457 m
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