Laufen in Zeiten von Corona

Ich gebe zu, dass mir die Coronapause gefällt: Das Leben entschleunigt sich, man ist viel zu Hause; aber auf der anderen Seite habe ich wenig Kontakt zu Freunden und Familie, die Arbeit leidet. Die merkwürdige Stimmung erinnert mich an die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr oder an die alljährliche Sommerpause. Es fühlt sich ganz speziell an, nicht schlecht, aber ungewohnt. Ich persönlich komme gut mit der Ruhe klar, ich arbeite gern allein und von zu Haus aus und kann mich nun um verschiedene andere (nichtberufliche) Projekte, die oft unter dem Zeitmangel leiden, kümmern – darunter dieser Blog oder mein Spanischunterricht und anderes.

Gleichzeitig fallen viele Reisen und aufregende Laufveranstaltungen, auf die wir uns gefreut hatten, aus und manchmal wünsche ich mir wieder Trubel und Spaß mit verrückten Läufer/-innen. Und wie wäre es denn, wenn wir mal wieder über Fußball sprächen? Zum Beispiel über Thomas Müller, der seinen Vertrag bei den Bayern verlängert hat. Oder über Arminia – immer ein Thema!

Naja, ich schaue in die Vergangenheit – 1945 war schlimm – oder in die Welt – Syrien ist schlimm – oder in die armen Länder, die bald ganz schrecklich unter dem Virus leiden werden. Es geht uns gut und es geht vorbei.

Ich hatte Euch ja schon von meiner Pseudo-Corona erzählt, die mich regelmäßig vor Läufen ereilt und auf dem Sofa fesseln will.  Meistens komme ich von ihr los – eine Verabredung schon mit einer Person ist ein empfehlenswertes Gegenmittel – und dann ist das Laufen so schön wie immer.

Laufen in Hörste
Im Kleinen liegt die Schönheit
Da hat jemand sein Spielzeugauto vergessen. WIr haben es am Wegesrand geparkt.

April, April, macht was er will. Wir sind bei Schnee gelaufen und haben in trister Umgebung die Fällarbeiten aufgrund der Waldschäden gesehen. Wir sind bei eiskalter und sonniger Frühlingsluft gelaufen und nun an diesen wunderbaren warmen Frühlingstagen. Wir haben die kleinen Pflanzen gesehen, die überall emporsprießen und sich vom Schnee nicht beeindrucken lassen, und den ersten Bärlauch geerntet.

Wir haben unser Netflix unterbrochen und beim Vollmond ein wenig Lichtmalerei betrieben. Wir sind über die stillgelegten Eisenbahntrasse in der Bega-Aue bis zum Schloss Brake gelaufen. Gestern stand nach dem Aufstehen um 5.15 Uhr ein Lauf zum Sonnenaufgang auf dem Biesterberg bei Lemgo auf dem Programm. Es gibt immer noch viel zu erleben und zu sehen. Das Abenteuer Leben geht weiter. Tatsächlich!

Ausblick vom Biesterberg über Lemgo
Die stillgelegte Eisenbahnstrecke zwischen Lemgo und Dörentrup
Die Bega bei Brake
Die Blühte beginnt – hier in Vossheide

Ich stelle immer wieder fest, wie schön es draußen in der Natur ist und sich dort zu bewegen. Man muss raus, zu Fuß, in den Wald, durch die Felder oder auf die Berge. Im Moment haben wir die Zeit – wenn nicht jetzt, wann dann?

Lichtmalerei bei Vollmond

Ich wünsche Euch wunderbare Ostertage; bleibt gesund und geht nach draußen!

Schreibe einen Kommentar